Zurück zur Website
Elena Ferrara
Praxis für Tiefenpsychologie · Systemik · Ontologie

Jenseits des letzten Bildes

Wo der Tod die Leinwand wechselt
Jetzt erhältlich

Taschenbuch CHF 38.90 / EUR 24.99 · E-Book CHF 8.90 · Überall im Buchhandel erhältlich

«Ich dachte, Trauer sei das Ende einer Geschichte. Bis ich verstand: Der Tod beendet keinen Film. Er wechselt nur die Leinwand.»

Über das Buch

Ilaria und Elia sind Zwillinge — ein Doppelgestirn, das in einer eigenen Sprache aus Blicken, Gesten und Filmzitaten kommuniziert. Als Elia stirbt, friert Ilarias Welt ein. Ein Standbild. Ein Filmriss. Die Realität verliert ihre Montage.

Getrieben von einer Intuition, die stärker ist als Trauer, reist die Filmstudentin von Zürich nach Dublin und schliesslich zur mysteriösen Felseninsel Skellig Michael — einem Ort, an dem die Grenze zwischen den Welten dünn ist. Dort entdeckt sie, dass Elia im Bardo gefangen ist: einem Zwischenreich, in dem der Ankou, ein Wesen aus keltischer Mythologie, die Seelen in Endlosschleifen festhält.

Mit ihrer Expertise als Cutterin — der Fähigkeit, zu erkennen, wann eine Szene zu Ende ist — konfrontiert Ilaria den Wächter der Schwelle. Ihr Werkzeug ist kein Schwert, sondern die Kraft der Liebe und die Entscheidung, einen neuen Schnitt zu setzen.

Jenseits des letzten Bildes ist ein 264 Seiten starker Mystery-Thriller, der keltische Mythologie mit tibetischem Buddhismus verbindet, die Ontologie des Todes mit der Poesie des Films verwebt und die Frage stellt: Was geschieht jenseits des letzten Bildes?

Psychologische & Ontologische Konzepte

Der Roman basiert auf fundierten Konzepten aus der Tiefenpsychologie, der keltischen Mythologie und dem tibetischen Buddhismus. Hier sind die zentralen Themen, die in der Handlung literarisch verarbeitet werden:

Die Zwillingsbindung und der ontologische Bruch

Die Verbindung zwischen Zwillingen ist mehr als eine biologische Tatsache — sie ist ein geteiltes Bewusstseinsfeld. Wenn ein Teil dieses Doppelgestirns stirbt, entsteht kein gewöhnlicher Verlust, sondern ein ontologischer Bruch: Die Überlebende verliert nicht nur einen Menschen, sondern einen Teil ihrer eigenen Wahrnehmungsstruktur. Der Roman erforscht, wie Ilaria diesen Bruch nicht durch Verdrängung heilt, sondern durch eine Reise in die Tiefe.

Der Tod als Leinwandwechsel

Eine zentrale These des Romans ist die Idee, dass der Tod nicht das Ende des Bewusstseins markiert, sondern einen Wechsel der Ebene. In der durchgehenden Film-Metaphorik des Buches beendet der Tod nicht die Geschichte — er wechselt die Leinwand. Das Leben wird als Lebensfilm verstanden, und der Tod als Schnitt zwischen zwei Szenen, nicht als Abspann.

Das Bardo und die Endlosschleife

Das Bardo, ein Konzept aus dem tibetischen Buddhismus (Bardo Thödol), bezeichnet das Zwischenreich zwischen Tod und Wiedergeburt. Im Roman wird es zu einem Ort, an dem Seelen in Endlosschleifen ihrer eigenen ungelösten Traumata gefangen sein können — ähnlich einem Film, der auf Repeat läuft. Die Befreiung erfordert einen bewussten Schnitt: die Entscheidung, loszulassen und weiterzugehen.

Glossar der Begriffe

Bardo
Ein tibetisch-buddhistisches Konzept des Zwischenreichs zwischen Tod und Wiedergeburt. Im Roman ein Ort des Übergangs, der zur Falle werden kann, wenn Seelen in Endlosschleifen ihrer eigenen Traumata gefangen bleiben. Ilaria muss ins Bardo reisen, um ihren Bruder zu befreien.
Der Ankou
Eine Figur aus der keltischen (bretonischen) Mythologie: der letzte Mensch, der in einem Jahr gestorben ist, muss die Seelen der Toten einsammeln und in die andere Welt geleiten. Im Roman hat er seine Funktion als Seelenbegleiter pervertiert und hält die Seelen fest, statt sie weiterzuleiten. Er sagt: «Ich bin das Ende. Ich bin die Grenze. Ich bin die Stille, die die Musik erst möglich macht.»
Der Schnitt (Cutterin)
Eine filmische Metapher für eine bewusste Bewusstseinsänderung. Ilaria nutzt ihre berufliche Expertise als Cutterin — die Fähigkeit zu erkennen, wann eine Szene zu Ende ist — als Werkzeug gegen den Ankou. «Ich bin eine Cutterin. Ich weiss, wann eine Szene zu Ende ist. Es ist Zeit für einen neuen Schnitt.»
Lebensfilm
Die durchgehende Metapher des Romans: Das Leben als Film, mit Szenen, Schnitten, Standbildern und einer übergreifenden Montage. Der Tod beendet den Film nicht — er wechselt nur die Leinwand. Am Ende des Romans «verdoppelt sich das Echo» in zwei neuen Lebensfilmen.
Skellig Michael
Eine reale Felseninsel vor der Küste Irlands (UNESCO-Weltkulturerbe), auf der ein frühchristliches Kloster aus dem 6. Jahrhundert steht. Im Roman ist sie der Ort, an dem die Grenze zwischen den Welten am dünnsten ist — das Portal, durch das Ilaria ins Bardo gelangt.
Das Echo
Die bleibende Präsenz eines verstorbenen Menschen als Resonanz im Bewusstsein der Lebenden. Nicht als Geist oder Halluzination, sondern als ontologische Tatsache: «Ich bin immer hier.» Am Ende verdoppelt sich das Echo — ein Hinweis auf die Kontinuität des Lebens.

Discussion Guide für Lesekreise

Dieser Leitfaden bietet Fragen und Impulse für Buchclubs, Lesekreise oder die persönliche Reflexion nach der Lektüre von Jenseits des letzten Bildes.

Die Film-Metapher: Der gesamte Roman ist in filmischer Sprache erzählt (Standbild, Schnitt, Leinwand, Abspann). Wie verändert diese Metaphorik Ihr Verständnis von Trauer und Tod? Inwiefern ist das Leben tatsächlich wie ein Film?
Der Ankou: Der Ankou sagt: «Ich bin die Stille, die die Musik erst möglich macht.» Wie interpretieren Sie diese Aussage? Ist der Tod ein Feind, ein Wächter oder eine Notwendigkeit?
Die Cutterin: Ilarias berufliche Fähigkeit — zu erkennen, wann eine Szene zu Ende ist — wird zu ihrem stärksten Werkzeug. Welche alltäglichen Fähigkeiten könnten in existenziellen Momenten zu unerwarteten Stärken werden?
Keltisch und Buddhistisch: Der Roman verbindet den keltischen Ankou mit dem tibetischen Bardo. Wie wirken diese beiden Traditionen zusammen? Was sagt es über die Universalität der Frage nach dem Tod?
Die Zwillingsbindung: Ilaria beschreibt ihre Verbindung zu Elia als «Doppelgestirn» — ein System, das gegenseitig Sätze beendet. Wie unterscheidet sich der Verlust eines Zwillings von anderen Formen der Trauer?
Das verdoppelte Echo: Am Ende des Romans «verdoppelt sich das Echo». Was symbolisiert diese Verdoppelung für Ilarias Entwicklung und für die Frage, ob der Tod wirklich das Ende ist?

Dieses Buch gibt zurück

Von jedem verkauften Exemplar von Jenseits des letzten Bildes fliesst CHF 1.– an den Verein Regenbogen Schweiz. Der Verein ist eine Selbsthilfe­vereinigung für Familien, die um ein verstorbenes Kind oder Geschwister trauern.

Ilaria verliert ihren Zwillingsbruder. Regenbogen begleitet Menschen, die diesen Verlust nicht in einem Roman, sondern im Leben tragen.

Mehr über den Verein Regenbogen Schweiz →