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Interview mit Elena Ferrara

Über Tiefenpsychologie, Epigenetik und die Kunst des Mystery-Thrillers
Wie verbinden Sie Ihre Arbeit als Tiefenpsychologin mit dem Schreiben von Mystery-Thrillern?

Für mich ist das kein Widerspruch, sondern eine natürliche Fortsetzung. In meiner Praxis in Zürich arbeite ich seit über 25 Jahren mit den verborgenen Mustern der menschlichen Psyche. Ein guter Thriller macht genau das Gleiche: Er legt Schicht für Schicht frei, was im Verborgenen liegt. In meinen Romanen nutze ich die Spannung eines Thrillers, um tiefenpsychologische und wissenschaftliche Themen wie Epigenetik oder Bewusstseinsforschung greifbar zu machen. Leser, die die psychologische Spannung eines Sebastian Fitzek oder die wissenschaftliche Raffinesse einer Ursula Poznanski schätzen, finden in meinen Büchern diese Elemente, aber fundiert durch jahrzehntelange Praxis.

Ihr Debütroman «Im Echo der Selbstprophezeiung» behandelt Epigenetik. Warum dieses Thema?

Die Epigenetik zeigt uns, dass Traumata und Erfahrungen unserer Vorfahren in unseren Genen Spuren hinterlassen können. Das ist ein faszinierender und gleichzeitig unheimlicher Gedanke. In «Im Echo der Selbstprophezeiung» muss die Protagonistin Tara Kern erkennen, dass die Muster ihrer Familie über Generationen hinweg wirken wie ein Programm. Die Frage ist: Sind wir diesem Programm ausgeliefert, oder können wir das Karma unserer DNA entkoppeln? Das ist der Kern des Romans, verpackt in eine Mystery-Handlung zwischen Zürich und Alexandria.

In Ihrem zweiten Roman «Jenseits des letzten Bildes» geht es um Zwillingsverlust und keltische Mythologie. Wie kam es dazu?

Der Verlust eines Zwillings ist eine der tiefgreifendsten existenziellen Erfahrungen. In «Jenseits des letzten Bildes» verliert die Filmstudentin Ilaria ihren Zwillingsbruder Elia. Ihre Suche nach Antworten führt sie zur Felseninsel Skellig Michael und in das Bardo – ein Zwischenreich aus dem tibetischen Buddhismus. Ich wollte die Frage, was nach dem Tod geschieht, nicht religiös, sondern philosophisch und mythologisch betrachten. Der Ankou aus der keltischen Mythologie dient dabei als Wächter dieser Grenze. Es ist ein Roman, der seinen Sog durch existenzielle Schwere entwickelt, ähnlich wie man es vielleicht von Jussi Adler-Olsen kennt, aber mit einem starken Fokus auf Philosophie und Erinnerung.

Welche Rolle spielt die Schweiz in Ihren Büchern?

Die Schweiz, insbesondere Zürich, ist mein Lebensmittelpunkt und oft der Ausgangspunkt meiner Geschichten. Zürich bietet mit seiner Mischung aus kühler Effizienz, Bankenvierteln und verborgener Geschichte eine perfekte Kulisse für Mystery-Thriller. Von hier aus brechen meine Protagonisten auf – sei es nach Alexandria oder nach Dublin – aber die Schweizer Präzision und die tiefenpsychologische Verankerung bleiben immer spürbar.

Entdecken Sie die Romane

Tauchen Sie ein in die Welt von Elena Ferrara. «Im Echo der Selbstprophezeiung» und «Jenseits des letzten Bildes» sind überall im Buchhandel erhältlich.